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In den letzten Tagen kursiert im Internet vor allem ein Begriff: SOPA (Stop Online Piracy Act), ein Gesetzesentwurf in den USA, der die Verfolgung von Raubkopien im Internet vereinfachen soll und damit nicht nur die Privatsphäre, sondern auch die Informationsfreiheit aller Internetnutzer gefährdet. Aus Protest ist die englischsprachige Wikipedia-Seite am heutigen Tage offline, inzwischen rudern viele ursprüngliche Anhänger von SOPA zurück und schränken den Entwurf ein. Auch für die Privatserver-Szene, zumindest in den USA, könnte SOPA zur Gefahr werden.

Die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia-Seite ist aus Protest offline
Der Gesetzesentwurf von SOPA sieht nämlich vor, dass jede Internet-Seite, auf der Urheberrechtsverletzungen nachgewisen werden können, ohne vorhergehenden richterlichen Beschluss aus dem Internet genommen werden kann. Dies geschieht über die DNS-Server (Domain-Name-System), über die dem Namen einer Internet-Seite (z.B. iblizz.net) eine bestimmte IP-Adresse zugeordnet wird.
Das große Problem an der Sache ist, dass prinzipiell auf jeder Seite eine Urheberrechtsverletzung nachgewiesen werden könnte, wenn man nur genau genug hinsieht. Auf YouTube beispielsweise kursieren massenhaft vom Urheber nicht autorisierte Kopien von Bildern, Filmen oder Musik-Stücken. Auch wenn YouTube schon dabei ist, gegen solche Verletzungen des Urheberrechts vorzugehen, wäre auch YouTube von SOPA betroffen. Ist dort auch nur eine einzige Kopie eines urheberrechtlich geschützten Werks zu finden, wäre dies Grund genug, ganz YouTube sofort abzuschalten.
Das gleiche gilt für alle anderen Internet-Seiten, auf denen Benutzer eigene Inhalte einstellen können, beispielsweise Foren, Blogs. Ja sogar soziale Netzwerke wie Facebook wären betroffen, schließlich können die Nutzer auch hier Bilder und Videos hochladen, die von Facebook nicht auf eventuelle Urheberrechtsverletzungen kontrolliert werden. Auch wir auf iBlizz wären betroffen, schließlich kann auch unter diesem Artikel ein Kommentar geschrieben werden, der möglicherweise einen Link zu einem Film oder geklaute Inhalte aus einem eBook enthält.
Wirtschaftlich ist ein Gesetz wie SOPA der absolute GAU für das Internet. Sämtliche großen Internetseiten, ob Google, Facebook, YouTube oder Wikipedia, wären betroffen und würden massive Probleme bekommen. Ein immenser wirtschaftlicher Schaden wäre die Folge.
Aber dies nur zur Erläuterung der Auswirkungen für das allgemeine Internet. Wie sähe es denn für Privatserver aus, wenn ein vergleichbares Gesetz auch in Deutschland umgesetzt würde?
Natürlich ebenso verheerend. Im Gegensatz zu anderen Seiten, wo Urheberrechtsverletzungen durch strikte Kontrollen - zumindest theoretisch - verhindert werden könnten, sind sie bei Privatservern schon vorprogrammiert. Denn sämtliche Quest-Texte, NPC-Namen, Models, im Prinzip alles, was wir auf einem Privatserver zu sehen bekommen, ist eigentlich ja Eigentum von Blizzard Entertainment. Und kein Betreiber hat eine Erlaubnis vorliegen, dieses Material auch nutzen zu dürfen.
Besonders die MAP-, DBC- und VMAP-Dateien, die zum fehlerfreien Betrieb eines Servers von Nöten sind, wären da zu bemängeln. Ein Gesetz wie SOPA hieße, dass jeder Privatserver seine Existenzberechtigung verlieren würde, unabhängig von der Arbeit, die die Server-Betreiber in ihr Projekt und die Spieler in ihre Charaktere investiert haben.
Es sollte also im Interesse aller Spieler, Entwickler und Betreiber von Privatservern liegen, dass Gesetze wie SOPA schon im Keim erstickt werden und keinen Einzug in unsere Gesetzesbücher finden. Die Abschaltung von Domains ohne vorhergehenden richterlichen Beschluss oder eine Gerichtsverhandlung stellt eine immense Gefahr für die Meinungsfreiheit dar.
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